Stabile Fahreigenschaften und sichere Straßenlage
Trotz seiner Größe zeige sich der Valtra N175 Direct mit Dücker Frontausleger und Mähkopf sehr wendig, wie Ole Raydt, geschäftsführender Gesellschafter der Trinkies GmbH & Co KG lobend erwähnt. Der Frontausleger DUA 700 mit Mähkopf VMS 1200 ist über eine Kommunalplatte mit dem Schlepper verbunden. Aufgrund des Ausleger-Zugewichts liegt der Traktor seiner Meinung nach gut auf der Straße und lässt sich dennoch leicht kontrollieren.
Nicht beurteilen konnte der landwirtschaftliche Lohnunternehmer das Verhalten der Nokian-Reifen auf den in seiner Region verbreiteten anmoorigen Grünlandstandorten. Hier sieht er weiteres Potenzial für Praxiserfahrungen. Jedoch stellte er bei bestimmten anderen Einsatzbedingungen Einschränkungen fest. „In unebenem Gelände und in Hanglagen kommt das Gespann an seine Grenzen, wenn der Mulcher weit ausgelegt und stark angehoben wird. Dann steigt die Kippneigung des Fahrzeugs deutlich an“, mahnt er. Bei Arbeiten in der Ebene sei dieses Problem hingegen nicht aufgetreten, sodass die Reichweite des 6,80 Meter langen Mäharms vollständig genutzt werden konnte.
Der Valtra N157 Direct mit Dücker DUA 700 und Mähkopf VMS 1200 war zum Test zwei Wochen lang bei einem landwirtschaftlichen Lohnunternehmen im Einsatz und wurde umfassend überprüft. Bild: Trinkies GmbH & Co. KG/Ole Raydt
Bei Arbeiten in der Ebene konnte die Reichweite des Mäharms mit einer Länge von 6,80 Metern vollständig genutzt werden. Bild: Trinkies GmbH & Co. KG/Ole Raydt
Sauberes Ergebnis im passenden Tempo
Die höchstmögliche Fahrgeschwindigkeit von 57 km/h sei für die meisten Mäharbeiten ausreichend gewesen. Grasbewachsene Bankettbereiche konnten beispielsweise problemlos mit einer Arbeitsgeschwindigkeit zwischen sechs und zehn km/h gemäht werden. Bei schnellerer Fahrgeschwindigkeit verschlechterte sich das Mulchergebnis jedoch. Vor allem bei starkem Bewuchs – wie Disteln oder Beikräutern mit starken Trieben – war die Aufmerksamkeit des Fahrers in Bezug auf die Fahrgeschwindigkeit besonders gefordert worden. Aufgrund der kompakten Arbeitsbreite von 1,23 Metern sieht Raydt die Stärken der Maschine primär auf kleineren bis mittleren Flächen.
Einfache Bedienung und Kabinenkomfort für lange Arbeitstage
Für die Bedienung und Steuerung war nach Angaben des Geschäftsführers kein Fachwissen nötig. Es habe lediglich einer kurzen Einarbeitungszeit bedurft, da die Menüführung zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber selbsterklärend sei. Im Alltag überzeugte besonders die feinfühlige Steuerung des Mähkopfes. Dieser ist um 270 Grad schwenkbar und verfügt über eine automatische Höhenregelung. Selbst ungeübte Fahrer konnten Hindernisse schnell und intuitiv anfahren, so Raydt. Die Positionierung des Joysticks bewertet er zudem als praxisgerecht, da dieser auf verschiedene Körpergrößen und Sitzpositionen anpassbar ist. Insbesondere bei langen Arbeitstagen überzeugte auch der Sitz durch seine ergonomische Form und Polsterung. Zudem bot die integrierte Kühlbox ausreichend Platz für Getränke und Verpflegung. „Die Kabine und das Interieur haben unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Ihre Größe passt gut für die Schleppergröße, und der Geräuschpegel bei den Mäharbeiten bleibt gering. Bei 1.300 U/min herrschte im Inneren des Fahrerhauses ein angenehmer Geräuschpegel.“ Positiv fiel außerdem der großzügig und angenehm gestaltete Aufstieg auf den Schlepper auf.
Technische Daten
Maße Dücker DUA 700:
Arbeitsbreite: 6,8 m | Hydraulische Verschiebung: 1,6 m | Mähbreite: 1,23 m
Kamerasystem für mehr Sicherheit im täglichen Einsatz
Ein spürbares Plus an Komfort und Sicherheit für Bediener und Umgebung bietet das Kamerasystem. „Aus der Kabine hat man eine gute Rundumsicht. Die versperrten Bereiche durch den Frontanbau werden von den Kameras erfasst und sind somit ein großer Vorteil für die Entlastung des Fahrers und die Betriebssicherheit“, erklärt der Lohnunternehmer. Bevor eine neue Maschine auf dem Betriebsgelände eingesetzt werden darf, muss sie eine vorgeschriebene Sicherheitsprüfung bestehen. Dabei überzeugte das Kamerasystem auch die externen Prüfer, wie Raydt anmerkt: „Besonderes Lob haben wir vom Gewerbebetrieb erhalten, der vor dem Einsatz des Fahrzeugs eine interne Sicherheitsunterweisung und Begutachtung vorgenommen hat. Hier fielen Sicherheitsmerkmale wie die Frontkamera direkt ins Auge und führten zu positivem Feedback.“
Fazit
Im Test überzeugten besonders die Wendigkeit, die Rundumsicht und der hohe Fahrkomfort. Einschränkungen sieht der Tester bei Arbeiten in Hanglagen mit weit ausgelegtem Mäharm sowie bei großflächigen Einsätzen im landwirtschaftlichen Bereich, für die die Arbeitsbreite von 1,23 Metern nur bedingt geeignet ist. Das Gespann passe nach Angaben von Raydt gut in den Fuhrpark eines landwirtschaftlichen Lohnbetriebes, spiele seine Stärken jedoch vor allem im kommunalen Einsatz aus: „Aufgrund seiner Größe und Leistung sehen wir das getestete Fahrzeug bei Grünpflegearbeiten im kommunalen Bereich, ebenso im Winterdienst oder als Träger für weitere kommunale Anbaugeräte.“