Stella Engineering GmbH

Invictus Oilguard – ferngesteuerter Raupenmulcher überzeugt auf ganzer Linie

Von: Michael Loskarn

Ferngesteuerte Raupenmulcher haben sich seit den 2010er-Jahren rasant verbreitet. Hauptgrund für diese Entwicklung war der Arbeitsschutz. Zuvor mussten extreme Hanglagen, Autobahnböschungen oder Bahndämme mühsam und gefährlich mit handgeführten Freischneidern (Motorsensen) oder speziellen Hang-Traktoren bearbeitet werden. Mit dem Invictus Oilguard verfügt Stella über ein robustes Modell für „extreme Hanglagen und anspruchsvolles Gelände“. Ob die Maschine ihrem Ruf gerecht wird, haben unsere Profitester Steffen Hüther und Dieter Gennrich von der Firma SH Gebäudeservice aus Pirmasens verifiziert.

Einerseits rückten DieProfitester Ende August die Hangtauglichkeit – bergauf, bergab als auch seitlich – sowie die Steuerung auf der Ebene bzw. im Hang in den Testfokus. Andererseits überprüften sie das Mulchergebnis bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrt. Zu guter Letzt begutachteten die Fachleute das Handling mit Argusaugen. Zur Ergänzung: Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der Trockenheit war der Invictus Oilguard mit Y-Messern ausgestattet, wenngleich auch Hammerschlegelmesser zum Einsatz kommen können.
 

Schrägfahrt „absoluter Wahnsinn“ – Auf und Ab „funktioniert super“

Mächtig Staub wirbelten die Pfälzer während des Tests auf, denn auf den drei ausgewählten Flächen hatte die langanhaltende Trockenheit ihr Übriges getan. Ob in extremer Hanglage durch Gestrüpp und Brombeerhecken oder auf einem Baugrundstück gespickt mit Metallteilen: der Invictus fräste alles nieder. „Das Ding ist echt solide“, zeigte sich Steffen Hüther beeindruckt. „Einmal steuerten wir die Maschine über ein 1,5 cm starkes Eisen. Ich dachte, jetzt ist sie kaputt, aber das hat ihr gar nichts ausgemacht.“ Als „absoluten Wahnsinn“ und „enorm“ bezeichnete der Chef des klassischen Hausmeister-Services die Hangtauglichkeit des Geräts. „Ich dachte, jetzt überschlägt sich der Raupenmulcher gleich“, ergänzte Polier Dieter Gennrich, „und dann geht da einfach noch mehr.“ 

Noch mehr wäre auf jeden Fall gegangen, sind sich die Experten einig: Eben, wenn man die Maschine besser kenne. Ein Umkippen sei aufgrund des „extrem“ niedrigen Schwerpunkts kaum möglich. „Da rutscht das Ding dann eher den Hang hinunter“, mutmaßte der 63-jährige Gennrich. Überschlagen habe sich dagegen im vergangenen Jahr ein Mitarbeiter samt Freischneider in diesem Hang, schilderte Firmen-Chef Hüther plastisch die Steilheit des Geländes. „Insgesamt vier Mitarbeiter waren damals mit Hochgrasmähern und Freischneidern satte vier Stunden im Einsatz. Mit dem Invictus benötigten wir – inklusive Ab- und Aufladen – lediglich eine Stunde.“ Apropos Auf- und Ab: „Auch das hat super funktioniert“, so der 52-Jährige. Wenngleich selbstredend Querfahrten am Hang effektiver ausfielen.

Steuerung in Ebene und Hang mit „leichtem Delay“

Generell lasse sich der Invictus zwar „relativ feinfühlig“ steuern, berichtete Gennrich. Dagegen falle das ein- bis zweisekündige Delay beim Anheben des Mähwerks im Hang zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig aus. „Aber wenn man das erstmal im Gefühl hat, stellt es kein Problem mehr dar.“ Belustigendes Faktum: Der Xbox-Spieler das Betriebs habe die Sterung des Mulchers sofort „perfekt“ beherrscht und wollte die Maschine gar nicht mehr hergeben, warf Susanne Hüther ein. „Andere brauchen da etwas länger“, ergänzte Gennrich. Alles in allem habe sich der Stella-Mulcher jedoch „super lenken“ lassen.


„Sehr feines“ Mulchergebnis vor- und rückwärts

In Sachen Mulchergebnis – sowohl bei Vorwärts- als auch bei Rückwärtsfahrt – zeigten sich die Fachleute restlos überzeugt. „Es lief alles super, und das Ergebnis fiel sehr fein aus – insbesondere in Hanglagen“, bilanzierte Unternehmensboss Hüther und ergänzte: „Wie mit dem Rasenmäher.“ Gras, Gestrüpp und sogar kleine Bäumchen mit etwa vier cm Stärke habe der Invictus „einfach weggedonnert“. „Das war schon sehr beeindruckend.“ 

Technische Daten

28 PS
Leistung
ZT-Hydro-Kompaktgetriebe
Antrieb
bis 55 Grad
Hangtauglichkeit
neu entwickeltes Raupenfahrwerk mit Portalantrieb
Fahrzwerk

Handling zu Beginn „etwas tricky“ – danach „sehr intuitiv“

Zudem sei der Invictus auch in Bezug auf seine Größe „sehr gut zu handeln“, konstatierte der Firmengründer. „Exaktes Steuern war jederzeit möglich, die Maschine reagierte sehr genau, das lief alles super präzise“, steuerte Gennrich bei und rückte stante pede zurecht: „Da musst du mit Rasenmäher-Traktoren genauer gucken.“ Susanne Hüther, die bei den Testläufen mit vor Ort war, hatte es außerdem die „hohe Mähgeschwindigkeit“ angetan. „Wie schnell die Maschine die Brombeerhecke plattgemacht, das war schon unglaublich.“ 

Wichtig zu wissen: „Zu Beginn ist die Handhabung des Gerätes schon etwas tricky“, erläuterte Hüther. Generell gelte es, zuerst die Fernsteuerung einzuschalten, danach die Maschine, um eine entsprechende Verbindung herzustellen. Vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn müsse immer zuerst der Not-Aus-Schalter an der Fernbedienung auf Funktion hin geprüft werden und es sollte vermieden werden, das Mähwerk beim Starten des Motors einzuschalten. Des Weiteren dürften die Messer erst bei laufendem Motor im sicheren Bereich über die elektromagnetische Kupplung zugeschaltet werden. „Aber wenn es dir ein- bis zweimal erklärt wurde, geht danach alles sehr intuitiv.“
 



Fazit

Selbst vor dem Hintergrund, dass der Invictus Oilguard von Stella für die Experten der Firma SH Gebäudeservice „eine Nummer zu groß“ ausfällt, sprechen DieProfitester von einem „gewinnbringenden Test“, der zudem „sehr inspirierend“ verlief. Auf ganzer Linie überzeugte der kraftvolle Raupenmulcher aus Lindlar das Ehepaar Steffen und Susanne Hüther sowie Polier Dieter Gennrich und zeigte darüber hinaus massive Einsparpotenziale in Sachen Arbeitszeit auf. 

Über den Tester

Steffen Hüther (links) ist 52 Jahre alt und fungiert als Geschäftsführer der Firma SH Gebäudeservice in Pirmasens. Sein Unternehmen gründete der gelernte Heizungsbauer im Jahr 2019, und zwar an seinem Hochzeitstag. Ehefrau Susanne erledigt die administrativen Aufgaben. Derzeit beschäftigt die Firma 15 Mitarbeiter. In erster Linie werden Hausmeistertätigkeiten für rund 100 große und kleine Objekte erledigt – inklusive Industrie-Anlagen. Polier Dieter Gennrich (rechts), 63 Jahre, ist ebenfalls gelernter Heizungsbauer. Sollte in den Außenbereichen „Not am Mann“ sein, ist er zur Stelle: quasi als „MacGyver 1 und 2“, wie Susanne Hüther den verheirateten Vater eines erwachsenen Sohnes bezeichnet.

Firmeninfos
Stella Engineering GmbH
Schlosserstrasse 22
51789 Lindlar