Stella Engineering GmbH

Racoon 95-4x4 Kommunal: starker Auftritt mit etwas Luft nach oben

Von: Michael Loskarn

Aufsitz-Schlegelmulcher gehören seit Jahren zur Standardausrüstung von Bauhöfen. Seit Mitte der 1990er-Jahre schickt die Stella Engineering GmbH aus Lindlar ihre Maschinen ins Rennen. Was der aktuelle Racoon 95-4x4 Kommunal alles draufhat oder ob es etwa Schwächen gibt, haben unsere Profitester Max Kogler und Björn Kilian aus Hünstetten herausgearbeitet.

Neben der Hangtauglichkeit – bergauf, bergab als auch seitlich – rückten DieProfitester Mitte bis Ende Juni das Fahren mit den Fahrpedalen in den Fokus, prüften das Mähwerk schwimmend auf Rasen und Wiese sowie gerastet in hohem Gras und Gestrüpp. Zudem achteten sie mit Argusaugen auf Mähfunktion samt Grasauswurf, das Handling inklusive Bedienbarkeit sowie Leistung und Effizienz. 


Hangtauglichkeit: Auf und Ab problemlos – Schrägfahrt bis an die Grenze

Eine gehörige Portion Mut bewiesen Hünstettens Bauhofleiter Max Kogler sowie sein Kollege Björn Kilian. Denn insbesondere bei der Schrägfahrt wagten sie sich in immer steileres Terrain – quasi bis in den Grenzbereich kurz vor dem Kippen bei etwa 35 bis 40 Grad. „Wir sind an verschiedenen Hängen in immer steileres Gelände gefahren, bis das ,Popo-Meter‘ gemeldet hat, jetzt fällt das Ding gleich um“, schilderte Kogler mit plastischer Verdeutlichung des eigenen Gefühls, das in erster Linie aus dem „Sitzfleisch“ entspringt. „Hoch und runter ging sowieso problemlos.“ Alles in allem zeigten sich DieProfitester mit der Performance des Allrad-Racoon sehr zufrieden. 

Fahren mit Fahrpedalen – nichts auszusetzen

„Nichts auszusetzen“ hatten die beiden Mittdreißiger am Fahren mit den Fahrpedalen. „Alles gut, da hab ich schon ganz andere Maschinen gehabt“, äußerte sich Kogler positiv gestimmt. Einwandfrei und äußerst einfach gehe die Bedienung „vom Fuß“. Statement des zweifachen Vaters: „Top, da kann man nichts gegen sagen.“


„Echt super“: Mähwerk sowie Mähfunktion überzeugen die Profis

Begeistert zeigte sich der 34-Jährige Kogler vom Mähwerk des Racoon. „Schwimmend war echt super, da hat alles richtig gut geklappt.“ Selbst Fahrten ins hohe Gras bzw. ins Gestrüpp bereiteten den Testern sichtlich Spaß: „Alles, was das Ding um drückt, macht es auch platt. Sogar sechs Zentimeter starke Bäumchen.“ Umso höher bzw. dichter das Gras gewesen sei, desto besser fiel das Schnittbild aus. Selbst bei bis zu 1,30 Meter hohem Grün „funktioniert alles wunderbar, wenn der richtig was zu machen kriegt“. Unter Umständen müsse dann eben etwas langsamer gefahren werden. Apropos Fahrzeiten: Um 600 m2 dieses hohen Grases platt zu machen – um bei Koglers Terminologie zu bleiben – benötigte der Stella-Aufsitzmäher lediglich etwa 35 Minuten. Laut Profitester ein „sehr guter Wert, da können wir nicht meckern“. Übrigens: Auch in Sachen Mähfunktion und Grasauswurf gab es „kein Problem“. „Da lief alles wirklich gut.“

Technische Daten

Leistung
26 PS
Antrieb
Hydrostat + Permanent-Allrad-Technik inkl. Differenzialsperre
Gewicht
385 kg
Mähleistung (4 km/h)
3.800 m2

Handling und Bedienbarkeit mit Luft nach oben – Hersteller reagiert umgehend

Dagegen bewerteten die beiden Hessen den Lenkanschlag nach rechts als „alles andere als wunderbar“. „Wir waren schlichtweg nicht in der Lage, nach rechts nicht so eng zu fahren, wie nach links“, erläuterte der gelernte Fliesenleger-Meister, der sich in diversen Fortbildungen zum Bauhof-Chef qualifizierte. Stante pede meldete er diesen Kritikpunkt an Stella-Chef, Alfonso Stella, der wiederum wenige Tage später vermeldete, bereits eine „neue Lenkgeometrie“ entwickelt zu haben. Außerdem würden alle bisher verkauften Racoons entsprechend modifiziert sowie alle neuen Maschinen mit „dieser neuen Lenkgeometrie ausgestattet“. Des Weiteren gestalte sich das Ausheben des Mähwerks über den seitlichen Hebel als enorm kraftraubend. „Auf Dauer ist das einfach zu schwergängig. Wenn du auf großen Flächen mehrmals umsetzen musst, also mehrfach das Mähwerk hoch und runter nehmen musst, geht das auf Arm und Schulter“, bilanzierte Kilian. Derweil reagierte Stella auch bereits auf diese „konstruktive Anregung“ und werde zukünftig „stärkere Rückholfedern am Schlegelmähwerk anbringen, ohne die Stabilität als auch die Standfestigkeit des Schlegelmulcher-Gehäuses zu beeinträchtigen“. Allein, bis auf diese Nickligkeiten funktioniere die Bedienung „echt super“, so der Bauhof-Leiter und stellvertretende Bauamtsleiter.


Leistung und Effizienz überzeugen

Was seine Leistung und Effizienz betrifft, überzeugte der Racoon die Experten ohne Einschränkungen. „Wie bereits erwähnt“, schilderte Kogler, „war die Mähleistung wirklich top und die Zeit super.“ Auf Friedhof sowie auf dem Spielplatz habe sich die Maschine bestens geschlagen. Lediglich „richtig lange“ Einsätze gelte es zu vermeiden, sonst überhitze der Aufsitz-Schlegelmulcher. „Aber das ist völlig in Ordnung so.“
 



Fazit

Mit dem Racoon 95-4x4 Kommunal bietet Stella einen äußerst kraftvollen und schlagkräftigen Aufsitz-Schlegelmulcher mit derzeit noch etwas Luft nach oben. Sollte der Hersteller jedoch die Verbesserungsvorschläge der Profitester – wie bereits schriftlich zugesichert – entsprechend zeitnah umsetzen, wird aus der Maschine ein „echtes Top-Gerät“, um es mit Max Kogler und Björn Kilian zu halten.

Über die Tester

Max Kogler (rechts) ist 34 Jahre alt und fungiert im hessischen Hünstetten als Bauhof-Chef sowie als stellvertretender Bauamtsleiter. In erster Linie arbeitet der gelernte Fliesenleger-Meister überwiegend vom Schreibtisch aus. Aufgrund entsprechender Fortbildungen zum Bauhof-Leiter sowie durch zahlreiche Praxiseinsätze beherrscht der Vater zweier Kinder selbstredend alle neun Fahrzeuge des zwölf Mann starken Betriebshofs. Sein Kollege und gelernter GaLaBauer, Björn Kilian, gilt laut Kogler als echter „Allrounder“. Schwerpunkte der Tätigkeiten des 37-Jährigen liegen auf Mulcharbeiten mit diversen Anbaugeräten sowie auf Pflanzenkunde.

Firmeninfos
Stella Engineering GmbH
Schlosserstrasse 22
51789 Lindlar